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Moin, mein Arbeitskollege hat mir einen Artikel über das Spielfeld in Leese wo ich öfter spiel mitgebracht. Habe leider keinen Link auf die Seite der Zeitung gefunden. Ist mittlerweile auch schon 3 Wochen alt aber was soll's. Ganz gut geschrieben denke ich. Hier eine Abschrift:
Sogar "Profis" reisen in den Kreis Paintball-Anlage in Leese für Liga genutzt
LEESE. Ein großes einladendes Waldgebiet, dicke Bäume, Hügel - und dazwischen eine maskierte Person. Eine Kugel fliegt, der Unbekannte geht in Deckung. Doch zu spät. Er ist getroffen. Die Munition zerplatzt, Farbe spritzt über seine Kleidung. Es ist ein Gemisch aus Lebensmittelfarbe, Gelatine und Speisestärke. Der Maskierte gehört zu einer Gruppe von Paintball-Spielern, die auf dem Gelände in Leese ihrem Hobby frönen. Den Treffer landete ein Mitspieler mit einem Ball von drei Gramm.
Seit 2003 betreibt Martina Stoll die Paintball-Anlage auf dem Gelände der Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) Leese. Knapp 50.000 Quadratmeter Wald stehen ihnen zur Verfügung. Hinzu kommt - und das ist im gesamten norddeutschen Raum einmalig - ein knapp 2000 Quadratmeter großes Feld, auf dem Aktive Wettbewerbe der Paintball-Bundesliga ausfechten.
Von April bis September spielen die "Profis" auf dem Feld. Dabei geht es in erster Linie gar nicht um die erziehlten Treffer. Ziel ist es, erklärt der Mann der Betreiberin Andreas Stoll, der selbst seit 18 Jahren spielt, den "Buzzer" auf der anderen Seite zu erreichen. Wer das schafft, bekommt einen Punkt.Die Mannschaft, die zuerst fünf Zähler auf dem Konto hat, gewinnt das Match. Wen eine Kugel erwischt, für den ist die Runde beendet. "Das ist ein hochtaktisches Spiel", erklärt Andreas Stoll. Bei zehn Spielern befinden sich acht Schiedsrichter, sogenannte Marshalls auf dem Feld, die darauf achten dass niemand trotz Treffers weiterläuft. SOllte es doch einer tun, droht als Sanktion der Verlust eines weitern Spielers. Versucht sich einer der Aktiven gar, die Farbe abzuwischen, verlassenmit ihm zwei Weitere das Feld.
Bundesweit gibt es circa 250 Teams von der Bezirks- bis hoch zur ersten Bundesliga. Für die hohen Ligen reisen Mitspieler teilweise ganz aus Berlin nach Leese. "Das bringt fürdie gesamte Region etwas", meint Stoll. Denn die Teilnehmer bräuchten schließlich Übernachtungsmöglichkeiten und nutzen die Gastronomie in der Umgebung. Gleiches zähle auch für viele Gruppen, die Paintball als Sonderveranstaltung buchten, Firmenfeiern oder Junggesellenabschiede beispielsweise. Nach dem Paintball suchten die meisten noch Möglichkeiten, etwas zu Essen und um zu feiern. Unabhängig von den Witterung finden sich pr Wochenende im Schnitt 50 Spieler auf der Anlage ein. Für Sondertermine kommen noch zusätzliche Buchungen hinzu. Dennoch spielt die Anlage für die meisten Leeser selbst kaum eine Rolle. Die wenigsten Spieler kämen direkt aus der Gemeinde, eine Beobachtung, die nicht nur Andreas Stoll gemacht hat. "Innerhalb der Gemeinde wird dir Anlage garnicht richtig wahrgenommen", meint der Bürgermeister Grant Hendrick Tonne.
Zwischenfälle sind Andreas Stoll in den vergangenen 18 Jahren keine bekannt. "Klar gibt es immer wieder Spieler, die abends ihre blauen Flecken zählen", sagt er. In den sechs Jahren könne er sich allerdings nur an zwei ernstere Verletzungen erinnern. In beiden Fällen seien Spieler unglücklich aufgetreten und hätten sich am Fuß oder Bein verletzt. Ist Paintball dann ein reiner Männersport? Andreas Stoll sagt nein. Den Großteil der Spieler machen zwar Männer aus, meint er, Ein Phänomen jedoch sei: "Wenn Frauen erst angefangen haben, dann sind sie häufig sehr intensiv dabei." Nach seinen Beobachtungen weicht die Skepsis gegenüber dem Sport vor allem dann, wenn Zuschauer das Treiben von außen beobachten. Und dass es tatsächlich ein Sport ist, beweist vor allem die physische Fitness der Ligaspieler. "Die müssen schon gut trainiert sein und Kondition haben, sonst halten die ein Spiel nicht aus", sagt Stoll. Schließlich habe allein die Schutzausrüstung inklusive Gesichtsmaske ein ordentliches Gewicht, das die Aktiven mit sich tragen müssten.
Ganz unumstitten ist Paintball freilich nicht. Erst im vergangenen Jahr setzte sich im Rahmen der Verschärfung des Waffengesetzes eine Diskussion in Gange, ob diese Form der Freizeitgestaltung nicht verboten werden sollte. Soweit kam es letztlich nicht. Unter anderem sprach sich auch der hiesige Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy gegen ein Verbot aus. Andreas Stoll weiß um die Bedenken. "Für uns ist es ein Paintball-Markierer, vom Gesetz her ist es eine Waffe", sagt er mit Blick auf die "Gewehre" mit denen die Teilnehmer ausgerüstet sind. Entsprechend hoch sind die Vorkehrungen. Mitmachen darf nur, wer volljährig ist, und bevor es losgeht erklärt das Personal Regeln und Sicherheitsbestimmungen.
Und auch über die Grenzen der Anlage hinaus gibt es feste Vorraussetzungen. "Es muss gewährleistet sein, dass die Kugeln das Gelände nicht verlassen können", erklärt Stoll. Das bedeutet, es müssen Meter hohe Zäune um das Gelände gezogen sein. "Es wird viel illegal Paintball gespielt", weiß er. Daher wollen er und sein Team auch diese Spieler erreichen, die verbotenerweise im offenen Wald spielen.
_________________ „Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.“
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